Bädergesellschaft Bremerhaven mbH
Zur Hexenbrücke 11
27570 Bremerhaven
de witt dohrn janßen
Planung und Bauleitung
KG 200 - 700
netto 9 Mio. EUR
18 Monate
6.511 m²
2.608 m²
15.928 m³
459 m²
10 m²
Das in Geestemünde in Nachbarschaft einer Sporthalle gelegene Stadtteilbad entstand im Jahre 1975. Das Angebot umfasste ein 12,5 x 25,0 m großes Schwimmer- und ein 8,0 x 12,5 m großes Lehrschwimmbecken, dazu eine - allerdings nur externe - Gastronomie. Der Hallenbereich vermittelte aufgrund der Südlage und des durchgrünten Freibereiches einen gewissen Charme. Der gesamte Ausbau war nicht mehr zeitgemäß und entsprach nicht mehr den Erwartungen der Gäste.
Gemäß der Studie de witt dohrn janßen wurde das Bad 2 zum Gesundheits- und Wellnessbad konzipiert nach dem Motto: „Eintauchen und Entspannen“. Zielgruppen sind ältere Bürger sowie die gesundheitsbewusste mittlere Generation. Umfassende Kursangebote, u. a. mit modernen Unterwasser-Sportangeboten, sollen auch junge Menschen binden. Schul- und Vereinsschwimmen sind für Bad 2 nicht vorgesehen.
Bad und Sporthalle liegen am Rande einer Kleingartenkolonie in Höhe des „Schaufensters Fischereihafen“. Gut erreichbar ist das Bad für Radfahrer, eine Haltestelle des ÖPNV liegt nahe der Kreuzung in ca. 150 m Entfernung. Zum Hafengebiet (ca. 700 m) ist eine fußläufige und Radwegverbindung vorhanden.
Dem Bestand entsprechend erfolgten die Erweiterungen als Flachdach-Baukörper. In den Gebäuderücksprung der alten Eingangssituation wurde - als städtebauliche Dominante zum Kreuzungsbereich ausgerichtet - ein 90°-Kreissegment-Baukörper mit integriertem quadratischem Portalgebäude eingefügt. Die zwei überwiegend verglasten Rund-Baukörper vor den Gebäudeecken sind abgesetzt vom Hallendach und jeweils mit einer zentralen polygonalen Glaskuppel über dem Bewegungsbecken und dem Sauna-Abkühlbereich ausgebildet. Als Leitfarbe für Begriffe wie Ruhe und Entspannung wurde ein tiefes Blaugrün gewählt, das sich in Fassaden und Flieseneinlegern findet, dazu gelbe Putzflächen in den Bereichen Sauna, Café und Eingangshalle, sowie künstlerisch gestaltete Glasmosaiken. Die Verwendung von Holz als sichtbare Binderkonstruktion über dem Bewegungsbecken, als öffenbare Fenster in der Fassade und als Fassade des Hofgebäudes unterstreicht den Charakter des „Gesundheitsbades“.
Ein repräsentativer Vorplatz mit Zuordnung von Behinderten- und Frauen-Parkplätzen sowie Fahrradstellplätzen umschließt die Eingangshalle mit Counter, Durchgangs-Kontrollsystem und Zugang zum externen Bistro. Der Umkleidebereich wurde aufgewertet und erhielt zusätzliche Schrank-Kapazitäten. Im Schwimmerbecken (WT 0,90 - 2,00 m) wurde eine „Kinderbucht“ angelegt unter Aufgabe von zwei Schwimmbahnen, das Nichtschwimmerbecken umgestaltet zu einem Entspannungsbecken mit Whirlpool. Daran anschließend in einem Rundbau entstand ein Bewegungsbecken mit umlaufendem Ruhebereich. Analog hierzu wurde der Saunabereich an der Südostecke des Hallenbaukörpers angelegt. Damit war es möglich, einen Sauna- Bistrobereich direkt an den Küchenbereich anzubinden; die drei Tresenbereiche extern, intern und Sauna liegen somit unmittelbar beieinander. Eine Erweiterung erfolgte um ein zusätzliches Sauna-Hofgebäude mit Ruheräumen, Solarien und zusätzlichem separat zugänglichem Kosmetik-/Massagebereich, Saunapool, Blockhaus- und Erdsauna.
Boden- und Grundwasserverhältnisse erforderten aufwändige Sonderkonstruktionen. Der für Schwimmbad- und Lüftungstechnik unterkellerte Rundbau des Bewegungsbeckens musste wegen des hohen Grundwassers umlaufend gespundet werden und erhielt zusätzlich, zur Vermeidung eines späteren Auftriebs, eine 1,0 m dicke Beton-Injektionssohle.

