Bädergesellschaft Bremerhaven mbH
Zur Hexenbrücke 11
27570 Bremerhaven
de witt dohrn janßen
Planung und Bauleitung
KG 200 – 700
netto 7,80 Mio. EUR
15 Monate
2001
16.175 m²
2.560 m²
18.630 m³
458 m²
75 m²
Wegen der stark defizitären Entwicklung - auf über 1,5 Mio. Euro p.a. - wurden Anfang 1998 die fünf Bäder der Seestadt Bremerhaven (3 Hallen-, 2 Freibäder) einer eigens gegründeten Bädergesellschaft überstellt. Im gleichen Jahr wurde durch das Büro de witt dohrn janßen eine gutachterliche Studie mit Betriebs- und Planungskonzepten erstellt.
Gemäß dieser Studie wurden zwischenzeitlich fertiggestellt: Sanierung und Attraktivierung des Hallenbades Nord zu einem Familienbad „Bad 1“ , Sanierung und Attraktivierung des Hallenbades Süd zu einem Gesundheits- und Wellnessbad „Bad 2“ sowie das Stadionbad für das Schul-, Sport- und Vereinsschwimmen mit einem 50-m-Becken „Bad 3“. Damit ist zukünftig die Grundversorgung des Stadtgebietes mit Umland gewährleistet.
Eine sehr gute Pkw-Erschließung ist über die A27 und Überseehafen-Zubringer gewährleistet. Im Kreuzungsbereich Hans-Böckler-/Kurt-Schumacher-Str. liegt, Bad und Sporthalle zugeordnet, ein großer Parkplatz. Aufgrund der zentralen Lage im Stadtteil Leherheide mit hoher Bevölkerungsdichte ist das Bad auch für Radfahrer gut erreichbar. Eine Haltestelle für den ÖPNV liegt direkt am Haupteingang. Das dem Badebereich vorgelagerte Freigelände grenzt südlich an einen Auenwald als „Puffer“ zu den Zufahrtsstraßen.
Der alte Baukörper war geprägt durch ein asymmetrisches Satteldach über dem Kombibecken. Dieses Thema wurde aufgenommen und variiert als Flugdach über der erweiterten Eingangshalle, als Laternendach über dem Erlebnisbereich und über dem Treppenturm der Rutsche. Erweiterungsbauten der Funktionsbereiche sowie Schwimmhalle sind als Flachdächer ausgebildet mit schräg angestellter Attika - schiffsbugartig - mit waagerechten Wellprofilplatten. Die neuen Außenwände des EG wurden mit rustikalen gelben Handstrichziegeln verblendet.
Das an der Eingangshalle liegende externe Bistro-Café reicht intern bis an den Kind-Eltern-Bereich. Die Kasse wurde als Insel aufgestellt, Ein- und Ausgang werden damit direkt erfasst. Der Umkleidebereich wurde nur geringfügig umgestaltet, die Sanitärspange hingegen umstrukturiert, ein Dampfbad ergänzt. Das Trimmbecken bietet, neben der Sprunganlage, zwei Schwimmbahnen, Strömungskanal und Whirlpool. Als Neubauten ergänzt sind Erlebnisbecken, Außenwarmbecken mit Sonnenterrasse, Ruheraum sowie Großwasserrutsche.
Flachgegründete Keller wurden in WU-Beton ausgeführt, das EG in Mauerwerksbau erstellt. Die Stahlkonstruktion der Schwimmhalle musste saniert, der äußere Wandaufbau erneuert werden. Alle geneigten und Flachdächer wurden geklebt in Warmdachkonstruktion ausgeführt.
Aufgrund des Außenwarmbeckens mit Sonnenterrasse und Liegewiese kann dieses Bad bereits jetzt als kleines „Kombibad“ bezeichnet werden. Nach Wiederinbetriebnahme im Mai 2000 war selbst an heißen Sommertagen der Besucherzustrom unerwartet hoch, während am Ende des Sommers die Besuchszahlen der beiden Freibäder der Stadt extrem niedrig waren. Aufgrund dieser Erfahrungen wird zzt. im Rahmen einer Studie über die Zukunft der beiden Freibäder überlegt, diese zu schließen. Statt dessen soll das Hallenbad Nord evtl. mit einem weiteren Außenbecken und einem Umkleide-/ Sanitärgebäude für Schönwettertage ausgestattet werden. Der reguläre Sommerbetrieb könnte dann weiter über den Umkleidebereich des Hallenbades laufen. Das Hallenbad Süd würde ein zusätzliches Außenwarmbecken erhalten. Damit könnten maximale Synergieeffekte erzielt werden.

